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   (Crailsheimer-Str. 41)
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Geschichtenerzählerin beim Waldfest

Die Sage vom Rossgumpen

Rossgumpen in den Jagstwiesen bei Jagstzell
Rossgumpen in den Jagstwiesen bei Jagstzell

Eine unverbürgte Sage erzählt, daß ein altes Kloster im Walde Steinhaupt, nordöstlich vom Ort gestanden habe, welches durch einen unterirdischen Gang mit der Kirche in Verbindung gewesen sei. In der Nähe von Steinhaupt ist in den Jagstwiesen ein Gumpen von dem es heißt, daß ein Heuwagen mit Roß und Mann, der am Kilianstag* (früher Feiertag in der Heuernte) Heu eingeführt habe, versunken sei. Der Gumpen ist sehr tief, hat grünes, fauliges Wasser, die Größe und Form eines Wagens mit Bespann.
(Oberamtsbeschreibung Crailsheim, S.116)

Unterhalb des Steinhauptes ist ein Gumpen. Von seiner Entstehung wird folgende Sage erzählt: Es war am Kilianstag, dem 8. Juli. Damals war dieser Tag noch ein Feiertag. Das Heu lag dürr auf den Wiesen und war reif zum Einführen. Gewitterwolken zogen auf. Die Einwohner unseres Dorfes wollten diesen Feiertag aber nicht durch Feldarbeit entheiligen. Sie gingen, wie an jedem Sonn- und Feiertag, auch am Kilianstag zur Kirche. Aber einem Bauer war sein duftendes Heu wichtiger als der Segen Gottes. Er spottete über Gott und über die, welche so "dumm" waren und diesen Feiertag heiligten. Vor seinen Wagen spannte er nun die Pferde, um sein Heu heimzuholen.Alle, welche auf seinem Hof beschäftigt waren, mußten sich auf den Wagen setzen. Mit lautem Peitschenknall, damit die Leute auch wissen, daß er arbeitet, fuhr er auf seine Wiese unterhalb des Steinhauptes. Die Knechte und Mägde mußten arbeiten, daß ihnen der Schweiß von der Stirn tropfte, denn das Gewitter war nahe. Bald war das Heu aufgeladen. Die Arbeiter kletterten auf den vollen Heuwagen. Nur eine Magd setzte sich hinten auf den Wagen. Hochmütig und prahlerisch rief nun der Bauer: "Kilian hin, Kilian her, ich hab mein Heu!" Im selben Augenblick öffnete sich die Erde und das ganze Gespann mitsamt dem stolzen Bauer und seinen Bediensteten versank. Nur die Magd, welche am Ende des Wagens saß, sprang ab und kam davon. Sie brachte diese Kunde auch ins Dorf. Die Erdöffnung füllte sich mit Wasser. Seit dem will kein Tier von diesem Wasser saufen.

*Der heilige Kilian, ein irischer Missionar, war im 7. Jh. Bischof von Würzburg und ist Schutzpatron der Franken.

Es geht die Sage, daß einmal die Bürger alle 4 Glockenseile zusammengeknotet und ein Gewicht daran gehängt hätten, um die Tiefe des Gumpens zu ergründen, aber trotz ca. 120 Metern Seil keinen Grund gefunden hätten.

Der Brandjockele

Bei Keuerstadt im Walde "Hinterbrand" und überhaupt in der ganzen Gegend zwischen Ellwangen und Matzenbach geht ein Geist um: der "Brandjockele". Er war einst Jäger für die Probstei Ellwangen und wohnte in einem der Ellwangischen Höfe im Wald. Dort führte er ein ausgelassenes Leben. Er schoß das Wild, wenn es ihm einfiel. Seine Dienstleute plagte er bis aufs Blut. Oft ließ er sie erst um Mitternacht ins Bett gehen. Um 1 Uhr schürte er grünes Holz, daß es gewaltig rauchte und stank, so daß die Leute wieder aufwachten. Das freute ihn sehr.

Als der Brandjockele starb, wurde sein Hof niedergebrannt und dem Erdboden gleichgemacht. Er selbst aber fand zur Strafe auch nach dem Tod keine Ruhe. Zum Schrecken anderer Leute geht er immer nachts in der Gestalt eines Jägers als Geist um.

Das Wilde Heer in Keuerstadt

Mal fuhr das Wilde Heer über Keuerstadt hin am Hofe des "Brandjockele", des fürstlich Ellwangischen Jägers vorbei, der im Walde Hinterbrande einen solchen bewohnte. Stimmen aus dem fahrenden Wilden Heer riefen den Jäger mit Namen, der Antwort gab. Kaum tat er das Maul zu, schon hing ein halber Menschenleib nackt an seiner Türe, wo er aus- und eingehen mußte. Konnte also lediglich nicht hinaus: ein glostender Kohlenhaufen ging darüber zu Grunde. Der fette halbe Menschenleib blieb an seiner Türe hängen bis morgens von der benachbarten Kapelle das Ave ertönte: da war alles weg.

Der Keuerstadter Bauer

In Keuerstadt, zu Jagstzell gehörig, im Oberamt Ellwangen, war ein Bauer, der verstand sich gar gut auf's Festmachen und die Zauberei. Er konnte die Hirsche zahm machen; fing sie, lüpfte sie von vornen, welcher der schwerste war. Wenn man's haben wollte, so stach er geschwind den fettesten. Konnte sich schuß- und feuerfest machen; keine Kugel tat ihm was. Niemand vermochte ihm etwas anzuhaben, der Jäger schon gar nicht. Hie und da machte der Bauer sich zum Holzblock, worauf sich der Jäger sezte und sein Pfeiflein stopfte. Mal am Fronleichnamstage brannte er Kohlen und glaubte sich ganz sicher. Der Jäger kam auch wieder hinter dem Kohlenhaufen und hinter dem Bauer her, dachte, heute könnte er sich doch am Ende nicht fest gemacht haben, schoß ihn vom Rücken aus, und der Bauer blieb auf der Stelle tod. Beim Herzebrückle in Keuerstadt steht ein Bildstock, welcher von dieser Sache Meldung tut.

Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 331-332.